Vier Prognosen für den digitalen Handel 2018

E-Commerce

Die IT-Welt befindet sich in einer Zeit des Umbruchs. Besonders rasant ist der Wandel im Bereich des E-Commerce, auf den in der Schweiz schon jetzt mehr als 15 Prozent der Gesamtumsätze entfallen. Wohin sich der digitale Handel im kommenden Jahr entwickeln könnte und welche Massnahmen grosse Retailer ergreifen, um ihre Marktposition zu festigen, lesen Sie im folgenden Beitrag.

Personalisierung ist Trumpf

Kunden von E-Commerce-Portalen erwarten heute ein auf sie zugeschnittenes Einkaufserlebnis. Die Personalisierung hat bereits einen hohen Stand erreicht. In diesem Jahr wird der Anteil derjenigen Händler, die ihre Shops und Kundeninteraktionen mittels einer künstlichen Intelligenz (KI) personalisieren, aller Voraussicht nach die 50-Prozent-Marke überschreiten. Um mit Branchenriesen wie Amazon oder Zalando mithalten zu können, werden die Online-Händler personalisierte Produktseiten, KI-basierte Produktempfehlungen, KI-basierte Mailings und andere Mittel nutzen. Das Produktempfehlungssystem „Einstein Product Recommendations“ wird mittlerweile von über 600 Markenseiten eingesetzt.

Das Social Shopping ist im Kommen

Auch wenn die wertvollsten Kunden noch immer über die klassischen Suchmaschinen generiert werden (siehe dazu auch unseren Beitrag „Searchmetrics Google-Ranking 2017 – Gewinner und Verlierer“), kann nicht geleugnet werden, dass der Social Traffic im vergangenen Jahr stark zugenommen hat. Verschiedenen Studien zufolge ist das auf diese Weise erzeugte Besuchervolumen innerhalb eines Jahres um ca. 40 Prozent angestiegen. Wenn beliebte Plattformen wie Instagram oder Pinterest Wege schaffen, um die Kunden direkt auf Shop- und Produktseiten zu leiten, wird die Bedeutung von Social-Media-Kanälen weiter zunehmen. Die Softwarelösung „Commerce Cloud“ verfügt bereits jetzt über eine vorbereitete Schnittstelle, über die Marken einkaufbare Inhalte für ihre Instagram-Profile schaffen können.

Das Ende der Festpreise naht

Wer öfters fliegt, kennt dieses Phänomen: Innerhalb eines einzigen Tages kann sich der Preis für ein normales Economy Class-Ticket etliche Male ändern. Die Berechnung der Tarife wird von Algorithmen oder künstlichen Intelligenzen durchgeführt, die die Webseiten der Konkurrenz beobachten und auswerten. Ein ähnliches System wird in Kürze auch im E-Commerce zum Einsatz kommen. Je nach Region, Nachfrage und Artikel werden sich die Produktpreise flexibel und schnell ändern – so, wie man es von der Zapfsäule kennt. Die dafür benötigte Technologie ist schon lange vorhanden. Es ist anzunehmen, dass zumindest grössere Händler wie Saturn oder Mediamarkt in diesem Jahr damit beginnen werden, ihre Preise dynamisch anzupassen.

Künftig Lieferungen per Drohnen?

Gegen Ende des Jahres 2016 sorgte Amazon für einen Paukenschlag. Als bekannt wurde, dass der Branchenprimus die Lieferung von Waren per Drohne testete, läuteten in den Konzernzentralen der Konkurrenten die Alarmglocken. Seither baute Amazon sein Logistiknetz weiter aus – unter anderem mit eigenen Lagerhäusern, Packstationen und Lieferanten. Für die Mitbewerber ist dies keine gute Nachricht. Kleinere Firmen, die als Subunternehmer fungieren wollen, könnten dagegen von der Ausweitung des Amazon-Liefernetzes profitieren. Ob die flächendeckende Lieferung per Drohne schon in diesem Jahr Realität wird, bleibt abzuwarten.

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