Alibaba zerstreut Wachstumsbedenken: 56 Prozent Gewinnsteigerung

Alibaba

Mit einem überraschend starken Umsatzplus hat Chinas grösster Onlinehändler Alibaba Bedenken hinsichtlich einer schwächelnden Marktentwicklung ausgeräumt. Im vergangenen Quartal (Oktober bis Dezember 2017) kletterte der Gewinn auf Jahressicht um stolze 83 Milliarden Yuan (umgerechnet etwa 12,3 Milliarden CHF). Wie der Amazon-Konkurrent ausserdem mitteilte, zog der Gewinn auf etwa 3,1 Milliarden Euro an. Auch wenn Analysten mit höheren Gewinnen gerechnet hatten, sprach Alibaba-Finanzchefin Maggie Wu von einem „exzellenten Quartal“. Gebremst wurde der Anstieg vor allem durch höhere Marketing- und Vertriebskosten.

Operative Marge fällt deutlich

Bei der operativen Marge musste die Alibaba Group Holding Ltd. einen Rückgang auf 31 Prozent hinnehmen. Im Vorjahr hatte die Marge noch bei 39 Prozent gelegen. Im dritten Quartal des Vorjahres lag der operative Cash-Flow bei umgerechnet 7,88 Milliarden CHF. Die Unternehmensgruppe erwirtschaftete einen Free Cash-Flow von rund 6,6 Milliarden CHF. Über die Höhe des Gesamtumsatzes ist noch nichts bekannt. 2016 summierten sich die Umsätze auf über 3 Billionen Renminbi (ca. 443 Milliarden CHF). Binnen Jahresfrist, so die offiziellen Zahlen, wuchs die Zahl der aktiven Kunden um 27 Millionen auf insgesamt 515 Millionen. Ferner kündigten die Verantwortlichen an, aufgrund einer Vereinbarung aus dem Jahr 2014 einen 33-prozentigen Anteil am Finanzarm „Ant Financial“ (kurz für Ant Small and Micro Financial Services Group Co. Ltd.) zu übernehmen.

Cloud Computing als neues Geschäftsfeld

Schon vor längerer Zeit hat der E-Commerce-Riese damit begonnen, neue Geschäftsfelder und Investitionsmöglichkeiten zu erschliessen. So war das Tochterunternehmen Alibaba Pictures Group an der Finanzierung des Weltraumspektakels „Star Trek Beyond“ beteiligt. Im August 2017 gelangte mit dem „Roewe RX5“ das erste Smartcar der Welt in den Handel. Das Auto arbeitet mit dem Linux-Betriebssystem Yun OS, welches von der Alibaba-Tochter „AliCloud“ entwickelt wurde. Auch in Richtung Cloud-Computing streckten die Chinesen ihre Fühler aus, was sich als richtige Entscheidung erwies: Im Schlussquartal des vergangenen Jahres stieg das Geschäft mit auf externen Servern ausgelagertem Speicherplatz um satte 104 Prozent. Damit wuchs die Cloud-Computing-Sparte beinahe doppelt so schnell wie das Handelssegment, in dem Alibaba ein Plus von 57 Prozent verbuchen konnte.

Die Rallye geht weiter

Die Alibaba-Aktie kennt kein Halten: Ende Januar wurde mit einem Börsenkurs von umgerechnet 191 CHF ein neues Allzeithoch erreicht. Marktkenner sind sich sicher, dass dank des stark wachsenden Kerngeschäftes und der Investitionen in Südostasien einer positiven Kursentwicklung nichts im Wege steht. Auch die Diversifizierung im Cloud-Geschäft hat Analysten zufolge viel dazu beigetragen, dass immer mehr Anleger in die Alibaba-Aktie investieren. Mit Spannung blicken Investoren in aller Welt auf das internationale Geschäft, das Alibaba weiter vorantreiben will. Insbesondere die Handelsplattformen Lazada (Südostasien) und AliExpress (Europa und Amerika) sollen ausgebaut werden.

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